Weihnachtsfeier LVAD-Patienten 2017

In der Mensa des Klinikums Karlsburg werden am Donnerstagnachmittag (7.12. 2017) Gedichte rezitiert, es wird gesungen und gelacht. Patienten mit Herzpumpen und ihre Angehörigen feiern Weihnachten. „Von Jahr zu Jahr wird die Kaffeetafel länger. Es ist schön, sie hier bei uns so fröhlich zu erleben“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg. Die Zahl der Patienten mit Miniherzpumpe wächst stetig. 31 Frauen und Männer leben inzwischen mit dem sogenannten LVAD-Herzunterstützungssystem, das seit 2013 in Karlsburg bei Menschen mit schwerster Herzschwäche implantiert wird. Als Alternative zur Transplantation eines menschlichen Herzens. Ein solches System wird in die Spitze der linken Herzkammer gepflanzt, wenn deren Pumpleistung nicht mehr ausreicht, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Die kleine mechanische Pumpe wird mit der Energie aus Batterien angetrieben, versorgt über ein Kabel (Driveline), das aus dem Brustkorb herausgeführt wird.  „Der Technik verdanke ich mein neues Leben“, sagt Gerd Roggow (67) aus Freest, der mit Frau Jutta zum ersten Mal an dem gemütlichen Beisammensein teilnimmt. Erst am 14.Juli dieses Jahres wurde ihm die Herzpumpe implantiert. Zu dem Zeitpunkt war er nicht mehr in der Lage, allein zu gehen. So schwach war bereits sein Herz. Unheimlich dankbar sei er den Ärzten in Karlsburg, erzählt er. Vor allem den Oberärzten Dr. Lutz Hilker und Dr. Basil Alkhlout für die fürsorgliche Betreuung. Sein Nachbar an der Kaffeetafel Erhard Demski (60) nickt. „Gut, dass es die Klinik und die engagierten Ärzte gibt.“ Auch Demski freut sich über die wachsende Gemeinschaft. „Die Technik bewährt sich“, meint der 60-Jährige aus Altentreptow. Er lebt seit dem 11. März 2015 mit der Miniherzpumpe. Alle am Tisch können ihren Operationstag genau benennen, es ist das Datum ihres zweiten Geburtstags. Erhard Demski und Gerd Roggow sind schnell miteinander im Gespräch, über die Therapie, die Krankenkassen und über den Alltag mit dem Batteriegürtel. Stolz zeigt Demski sein Tragekorsett, das er selbst entwickelt hat, um seine Schultern zu entlasten. Zur Feier kamen neben den Medizinern auch die Kardiotechniker von Karlsburg. „Über die Jahre entwickelt sich zu den Patienten ein sehr enges Verhältnis. Es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können und zu sehen, wie die Patienten von der Technik profitieren“, sagt Jens Pehlke, der mit dem Schwester-Karla-Mobil regelmäßig die Pumpenpatienten zu Hause betreut. Herzchirurg Dr. Lutz Hilker nutzt während der Veranstaltung die Zeit, viele Fragen der Patienten und Angehörigen zu beantworten. Er wagt auch einen Blick in die Zukunft. „Ich hoffe, dass das Batteriesystem in ein paar Jahren mit in den Körper implantiert wird und es per Induktion aufgeladen werden kann. Das lästige Kabel wäre dann Geschichte.“ Die Hersteller der Herzpumpen forschen bereits an einer weiteren Miniaturisierung der Leben schenkenden Pumpentechnik.